Hilfe, ich hasse meinen Job - Was mache ich nun?

Den eigenen Job zu hassen ist nicht schön. Aus eigener Erfahrung kann ich dir auch sagen, dass es nicht dabei bleiben wird, sondern sich auf dein Privatleben auswirkt. Grund genug dem abzuhelfen.

Finde heraus, welche Punkte dich genau an deinem Job stören und warum. Denn manchmal hasst du nicht den komplette Job, sondern nur einzelne Themen. Wenn du weißt, was genau du hasst, eröffnen sich dir auch mehr Handlungsmöglichkeiten, um aus dem Loch wieder rauszukommen.

Schauen wir uns das genauer an.

Was kann den Hass auslösen?

Die unterliegende Ursache ist grundsätzlich eine Diskrepanz zwischen deinem Job, der Realwelt und den Erwartungen, Wünschen und Träumen in dir. Der Hass ist im Grunde eine Steigerung der Unzufriedenheit und hat damit ähnliche Auslöser; siehe dazu auch meinen Artikel Warum bin ich unzufrieden und was kann ich tun.

Dich treibt etwas an. Du hast Vorstellungen wie dein Leben laufen soll. Du hast deine Moral, was sein darf und was nicht. Und vieles mehr. Das meiste davon ist dir allerdings nicht aktiv bewusst. Es existiert nämlich in deinem Unterbewussten. Und dan das kommen wir nicht direkt dran.

Dein Unterbewusstsein sind all deine gesammelten Erfahrungen und die dazugehörigen Gefühle. Es wird auch gerne als Intuition, Herz- oder Bauchgefühl bezeichnet. Sprich all das, was nicht direkt wahrnehmbar ist für die “Stimme in unserem Kopf” die wir als ich wahrnehmen. Aber es macht den Großteil (>95%) unseres Gehirns aus und hat enorme Macht und Einfluss auf unser tägliches tun.

So kann es passieren, dass du z.B. meinst deinen aktuellen Chef zu hassen, weil du glaubst, dass er ein Arsch ist. Dabei ist er es vielleicht gar nicht, sondern irgendetwas in seinem Verhalten, seiner Gestik oder Mimik erinnert dich an einen früheren Chef oder Lehrer der dir wirklich nicht wohl gesonnen war.

Oder deine Kollegin erinnert dich in ihrer Art immer wieder an deine Mutter und deine schreckliche Kindheit mit der. Mit dem Ergebnis, dass du komplett hilflos gegenüber deine Kollegin bist, weil du plötzlich nicht mehr auf Erwachsenenebene damit umgehen kannst, sondern dein 5-Jähriges-Ich die “Kontrolle” hat. Da steht dann plötzlich eine Frau Mitte vierzig hilflos da und verhält sich in die Richtung wie ein Kind.

Warum dein Hass auf den Job dein Leben ruiniert

Der Hass auf den eigenen Job ist oft nur der Anfang. Zu Beginn bist du vielleicht nur gefrustet von deiner Tätigkeit oder deinem Chef oder deinen Kollegen. Irgendwas Kleines und unbedeutendes, was in der Regel frühzeitig beseitigt werden könnte.

Doch du ärgerst dich und tust nichts. Du ignorierst es. Und aus der Ignoranz und dem bleibenden Ärger, wird dieser immer größer.

Irgendwann stört dich alles an dem Job und du fängst an ihn zu hassen. Bereits Sonntagmorgen geht deine Laune in den Keller, weil du bereits daran denkst, dass morgen wieder Montag ist und du schaffen musst. Der Sonntag wird zur Qual.

Montags kommst du nicht mehr aus dem Bett und freust dich schon auf Freitag und das nächste Wochenende. Und dann kommt ja auch endlich dein Urlaub, der lang ersehnte. Dein Leben von Wochenende zu Wochenende und Urlaub zu Urlaub beginnt.

Und der Rest deines Lebens geht im Hass und Frust über deine Arbeit unter. Ständig musst du an irgendwas denken und regst dich auf. Die Gespräche mit deinem Partner, der Familie oder Freunden und Kollegen drehen sich immer wieder um das gleiche Thema. Deinen scheiß Job.

Leider verselbständigen sich unsere Gedanken irgendwann und dann wird es immer schwerer da wieder rauszukommen. Du steckst im Hass, Frust, Jammer und Meckerstrudel und der zieht dich gnadenlos nach unten.

Unser Gehirn liebt es sich auf Negatives zu fokussieren. Einfach aus dem Grund heraus, dass negatives, wie Schlangen, Skorpione oder der Chef, selten gut für unsere Gesundheit waren, wenn wir die nicht im Auge behalten. Haben wir das Gefährliche nicht gesehen, ging es uns an den Kragen. Ich schlimmsten Falle war es das mit uns.

Und der Teil in uns ist immer noch unbeirrt aktiv. Da half auch nicht die Renaissance oder unsere moderne Welt. Die verschiebt das Problem sogar noch etwas, weil die Gefahren für uns nicht mehr so offensichtlich sind. Das führt zu Fehlalarmen.

Wenn jetzt dein Job aber als Gefahr eingestuft wird, dann dreht sich der Fokus immer darum. Man muss ihn im Auge behalten, damit der Job nicht zuschnappt.

Wie finde ich die Ursachen?

Der erste Schritt ist aus der eigenen Gedankenwelt herauszukommen, um wieder klare Sicht auf das Eigentliche zu erhalten. Mit klarer Sicht und vor allem klarem Kopf ist es wesentlich einfacher zu handeln. Wir sehen auch mehr Handlungsmöglichkeiten.

Diese waren oft vorher auch schon da, aber wir konnten sie nicht sehen. Der Fokus auf das Negative, unseren Job, machten uns blind dafür. Der Job war die Gefahr und bekam die Aufmerksamkeit. Der Rest ging unter.

Im zweiten Schritt kannst du deinen Handlungsmöglichkeiten prüfen und dich dann entscheiden, wie du aus dem Loch herauskommst. Das können Gespräche mit dem Chef sein oder ein neuer Job oder vielleicht ganz was anderes.

In den nächsten Abschnitten gehe ich auf den ersten Schritt weiter ein, damit du wieder klar sehen kannst.

Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine Fähigkeit. Nämlich die Fähigkeit mit seinem Gedanken im aktuellen Augenblick zu sein und nur wahrzunehmen. Egal, ob das nun unsere aufkommenden Gefühle, wie der Hass auf den Job sind, oder etwas von außen.

Mit ihr kannst du das Gedankenkarussell durchbrechen, dir klar werden wo denn die eigentlichen Ursachen liegen und später mit klarer Sicht handelt. Besonders die Innehalten-Technik hilft den Strudel zu durchbrechen.

Dein Hass auf den Job wird nicht mehr dich und dein Leben beherrschen. Unter Einstieg in die Achtsamkeit erfährst du mehr über Achtsamkeit und wie du damit starten kannst.

Die 5-W-Fragen

Eine der einfachsten und doch manchmal schwierigsten Techniken überhaupt. Das Schwierige daran ist, dass du ehrlich zu dir selber sein musst und bereit auch durch unangenehme Gedanken zu gehen.

Frage dich, warum du deinen Job hasst.

Und auf die Antwort, die du dir gibst, bohrst du weiter mit der nächsten Warum-Frage. Und so weiter bis du entweder 5 Runden hinter dir hast oder deine Antwort. In der Regel kommt die vorher.

Vielleicht stellt sich heraus, dass nur deine Tätigkeit langweilig ist. Vielleicht ist dein Chef auch wirklich ein Arsch. Die Antworten sind vielfältig, aber sie sind stimmig für dich und deine Situation. Egal, was andere vielleicht denken.

Nun hast du Antworten und es werden sich neue Handlungsmöglichkeiten auftun.

Arbeite mit einem Coach zusammen

Manchmal trauen wir uns nicht die harten Punkte in unserem Leben selber an die Hand zu nehmen. Die Techniken sind zwar da, aber wir gehen die letzten Schritte nicht oder sind komplett blind für manche Dinge. Hier hilft der Blick von außen.

Ein Coach kann dir dabei helfen, die Ursachen zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu sehen und den Mut zu fassen, dann auch zu handeln. Denn der beste Coach bringt nichts, wenn du nicht auch entsprechend handelst.

Such dir am besten einen der zu dir passt und zu dem du Vertrauen aufbauen kannst. Denn ohne Vertrauen läuft nichts. Hast du kein Vertrauen, dann ist der Coach der falsche für dich.

Ob wir zueinander passen kannst du gerne hier erfahren.

Wie komme ich da wieder raus?

Es hängt stark davon ab, was bei dir als Gründe herauskamen. Im Grunde, kannst du nur an dir arbeiten, an den Rahmenbedingungen des Jobs oder dir einen neuen suchen. Manchmal kann aber auch nur ein Jobwechsel helfen, da im aktuellen der Sog des Gedankenstrudels noch zu stark ist.

Jetzt kenn ich dich und deine Situation nicht persönlich, daher an paar allgemeine Tipps aus der eigenen Erfahrung und Coachings mit Klienten.

Wenn dein Job zwar Scheiße ist, du aber ein gutes oder normales Verhältnis mit deinen Chefs hast, gehe ins Gespräch. Überlege dir dazu vorher, was sich ändern müsste, damit es dir wieder gut geht und was du bereit wärst dafür einzubringen. Vielleicht kannst du die Abteilung wechseln oder andere Tätigkeiten übernehmen. Oder vielleicht ist Homeoffice eine Lösung.

Unternehmer haben normalerweise ein Interesse daran gute Mitarbeiter zu behalten. Die bringen mehr fürs Betriebsklima und die Firma. Neueinstellungen sind meist sehr teuer und müssen auch noch angelernt werden. Behalte dies im Hinterkopf und schätze deine Firma ein. Es erhöht deine Handlungsmöglichkeiten bei Verhandlungen.

Wenn dein Chef ein Arsch ist oder die Kollegen, hilft oft nur der Jobwechsel. Such dir etwas Neues, das zu dir passt und wechsle. Sage aber nie warum! Das wirft nur schlechte Licht auf dich, auch wenn du nie etwas getan hast.

Sollte das mit dem neuen Job nicht so einfach sein, musst du länger vorausplanen. Und vielleicht an deinen Qualifikationen arbeiten, um interessanter für Unternehmen zu werden. Die müssen nicht unbedingt Formal sein.

Im Grunde will ein Unternehmen Geld erwirtschaften und was dabei hilft, ist gerne gesehen. Hier kannst du dir Fragen stellen wie:

  • Wie verdient mein Arbeitgeber sein Geld?
  • Will ich in der Branche bleiben? Meist haben die alle das gleiche Geschäftsmodell.
  • Wo kann ich helfen Geld zu machen oder zu sparen?
  • Fehlt mir was dazu? Muss ich noch etwas lernen?

Ziel dabei ist, den Fokus von deinem Scheißjob zu nehmen und produktiv auf die Jobsuche zu verwenden. Wenn du weißt, wofür du eigentlich genau bezahlt wirst, kannst du anders handeln. Und nein, es ist nicht das offensichtliche, weder Programmieren noch Büroarbeit sind gültige Antworten.

Fazit

Seinen Job mal zu hassen ist nicht schlimm. Allerdings wird es zum Problem, wenn es ständig ist. Irgendwann wird es nämlich nicht nur im Job unerträglich, sondern auch in deinem Privatleben. Deine Energie ist weg und die verbleibende regt sich über die Arbeit auf. Wenn der Sonntagmorgen schon scheiße ich, weil du am Montag wieder arbeiten musst, dann solltest du handeln.

Hier hilft nur die genauen Ursachen zu kennen und dann abzustellen. Dies kann durch Gespräche innerhalb deines Arbeitgebers stattfinden, deiner Einstellung zur Arbeit oder durch einen neuen Jobwechsel.

Je früher du handelst, desto klarer ist dein Kopf und desto mehr Handlungsmöglichkeiten stehen dir offen.

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