Was ist das Warum für mich?

Ausgelöst durch den Austausch mit Tom beschreibe ich hier einmal was für mich der Unterschied zwischen meinem Warum und Passion/Leidenschaft ist.

Am Anfang war ich auch auf der Suche nach meiner Leidenschaft, habe sie aber nie gefunden und für mich während der Suche festgestellt, dass ich mit dem Begriff und seiner Verwendung enorme Probleme habe. Er ist doch etwas anders als das Warum das ich für mich gefunden habe.

Laut Duden ist Leidenschaft:

  • sich in emotionalem, vom Verstand nur schwer zu steuerndem Verhalten äußernder Gemütszustand (aus dem heraus etwas erstrebt, begehrt, ein Ziel verfolgt wird)
  • sich in starkem Gefühl, in heftigem, ungestümem Besitzverlangen äußernde Zuneigung zu einem Menschen
  • große Begeisterung, ausgeprägte (auf Genuss ausgerichtete) Neigung, Passion für etwas, was man sich immer wieder zu verschaffen, was man zu besitzen sucht, für eine bestimmte Tätigkeit, der man sich mit Hingabe widmet

Ich mag bestimmte Tätigkeiten und Dinge, aber ich verfolge sie nicht mit ständiger Hingabe und dem Ziel des Genuss. Ich brenne auch nicht dafür. Aber genau letzteres kommt der weitläufig Verwendung am nächsten. Gurus erzählen dir du musst brennten für deine Idee und dann wartet das Paradies auf dich. Firmen wollen dass du vor Leidenschaft für sie brennst. Quasi an jeder Ecke hörst du dass du vor Leidenschaft brennen sollst. Und in all den Fällen, geht eigentlich nie um uns sondern immer um das Ziel des anderen. Der Guru will dir was verkaufen - seine hippen Infoprodukte wie du Lifestyle Millionär wirst. Die Firma will dich günstig verheizen und wenn du ausgebrannt bist, wirst du entsorgt.

Mir fiel es zunehmend schwerer den Beigeschmack loszuwerden und dennoch sowas wie die Leidenschaft zu finden. Die Wende kam für mich als ich einen neuen Begriff kennenlernte, das Why/Warum, und sich für mich ein anderer Blickwinkel auf das Thema eröffnete. Warum tue ich das was ich tue eigentlich? Und warum tue ich andere Dinge nicht? Warum mag ich sie? Warum mag ich es nicht? Als ich dann noch, als rationaler Mensch, akzeptiert habe das mein Unterbewusstsein mehr entscheidet als mir eigentlich klar war, gingen neue Türen auf. Mentaltraining sei dank.

Im Grunde bin ich bei etwas angekommen das natürlich und ureigen zu meinem Wesen passt, das was ich jetzt als Warum bezeichne. Und es treibt mich an und gibt mir Kraft. Es geht für mich tiefer als die Leidenschaft. Zum Vergleich, ich gehe leidenschaftlich, aus Genuss, gerne bouldern. Aber ich brauche es nicht zum Leben. Ich kann ohne. Wenn es ausfällt, geht meine Welt nicht unter. Ich denke auch nicht ständig dran oder habe Problem ohne zu leben. Es macht mich glücklich, es macht mir Spaß und das war es.

Bei dem was ich als Warum gefunden habe, sieht es anders aus. Es gibt mir Kraft, es motiviert mich bestimmte Dinge zu tun, auch wenn ich diese vielleicht nicht mag. Genauso hält es mich davon ab andere Dinge zu tun, die nicht zu meinem Warum passen. Wenn ich Dinge über einen längeren Zeitraum tun muss, die nicht zu meinem Warum passen, dann brenne ich aus - ich bin ausgelaugt. Wenn ich es für einige Zeit außer acht lassen, dann kommt es von alleine wieder hoch und motiviert mich wieder etwas zu tun was dazu passt. Es erfüllt mich je mehr meine aktuelle Tätigkeit mit meinem Warum übereinstimmt.

Ich hab auch nicht das Gefühl, dass es irgendwann weg ist. Vielleicht wandelt es sich mit mir, aber im Kern war es schon sehr lange bei mir, auch wenn es mir absolut nicht bewußt war.

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